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Wann kann ich meine Ehe annullieren lassen?

Es kommt häufiger vor, dass Ehepartner schon kurz nach der Eheschließung zu dem Ergebnis kommen, dass die Heirat ein Fehler war. Sie möchten dann, dass die Ehe annulliert wird. Geht das?

Das Gesetz kennt den Begriff der Eheannullierung nicht, es spricht von Aufhebung der Ehe. Es gibt ein paar Gründe, die zu einer Aufhebung der Ehe führen können. In der Regel muss aber das Trennungsjahr abgewartet werden, danach kann ein Scheidungsverfahren durchgeführt werden.

Verliert man den Anspruch auf Zugewinnausgleich nach der Scheidung?

Wenn eine Ehe geschieden wird, empfiehlt es sich natürlich, alle anstehenden Fragen abschließend zu klären.

Kann aber über die Vermögensauseinandersetzung noch keine Einigung hergestellt werden, kann man dieses Thema auch außerhalb des Scheidungsverfahrens versuchen zu regeln, und zwar noch bis zu drei Jahre nach Abschluss des Verfahrens.

Was kostet eine Scheidung?

Die Kosten für ein Scheidungsverfahren richten sich nach dem sogenannten Gegenstandswert. Dieser wiederum setzt sich zusammen aus dem dreifachen Nettoeinkommen beider Eheleute. Hinzuzusetzen ist ein Betrag für den Versorgungsausgleich, also den Ausgleich der Rentenansprüche zwischen den Eheleuten für die Zeit ihrer Ehe. Für jedes Rentenanrecht, etwa aus der Deutschen Rentenversicherung, aus einer Zusatzversorgung oder einer betrieblichen Alterszusage, werden 10 % des Gegenstandswertes der Scheidung hinzugerechnet.

Scheidungskosten steuerlich absetzbar

Diese Auffassung vertritt zumindest das Finanzgericht Rheinland-Pfalz. In seinem Urteil vom 16. Oktober 2014 (4 K 1976/14) hat es entschieden, dass die unmittelbaren Kosten für die Ehescheidung als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd berücksichtigt werden können.

Am falschen Ende gespart – Verletzung der Vermögensfürsorgepflicht bei bestehender Ehe

Das OLG Bremen entschied am 19. September 2014 (4 UF 40/14) einen Fall zur Vermögensfürsorgepflicht zwischen Eheleuten:

Der Ehemann hatte sich ohne Wissen seiner Frau eine Wohnung gekauft, in der sich mit seiner Geliebten traf. Zufällig entdeckte seine Frau das Doppelleben ihres Mannes und sperrte ihn daraufhin aus der Ehewohnung aus. Dieser wiederum meldete die für die Ehewohnung abgeschlossene Hausratversicherung auf seine neue Wohnung um, ohne seiner Ehefrau dies mitzuteilen. Wenige Monate später versöhnten sich die beiden wieder.

Anwalt muss auch bei Online-Scheidung umfassend beraten

Online-Scheidungen erfreuen sich bei Scheidungswilligen großer Beliebtheit. Geworben wird mit reduzierten Anwaltskosten, darauf lassen sich viele getrennt lebende Eheleute ein. Trotz aller Streitigkeiten sind sie sich die Ehepartner nämlich häufig noch darüber einig, dass Kosten um jeden Preis gespart werden müssen. Sie sehen einen Anwalt dann das erste Mal im Scheidungstermin vor Gericht, ohne dass sie jemals über die Folgen einer Ehescheidung rechtlich beraten worden wären.

Einverständliche Scheidung – welche Dinge sollten geklärt sein?

Wenn beide Ehepartner sich nach Ablauf eines Trennungsjahres scheiden lassen wollen ist es häufig so, dass sich nur ein Ehepartner einen Anwalt nimmt zur Stellung des Scheidungsantrages und der andere keinen Rechtsanwalt hat. Das ist auch unproblematisch, wenn die Eheleute vorher alle wichtigen Punkte geklärt haben. Idealerweise sollte alles bis zu dem Tag, an dem die Ehe vor dem Familiengericht geschieden wird, geklärt sein.